Geschichte der Brustvergrößerung

Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert beschäftigte man sich mit der Brustvergrößerung. Der deutsche Chirurg Vincenz Czerny (1842-1916) implantierte im Jahr 1895 einer Frau eine Fettgeschwulst oder auch Lipom genannt aus ihrem Rücken, um ihr die Brust wiederherzustellen, die ihr zuvor bei einer Krebsbehandlung abgenommen worden war. Auch wenn dieses Implantat sicher nicht lange gehalten hat, da der Körper das Fett über die Zeit absorbiert haben müsste, war dies die erste erfolgreiche chirurgische Vergrößerung einer Brust.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts experimentierten die Chirurgen mit den verschiedensten Einsätzen und Mischungen, um die Brust dauerhaft nach den Vorstellungen der Patientinnen zu vergrößern. Einige der Materialien, mit denen die Brüste vergrößert wurden, waren Paraffinölinjektionen, Gemüseöl, Lanolin, Polyäthylen und Bienenwachs. Viele dieser Stoffe riefen Entzündungen und zum Teil Verklumpungen hervor.

Der Durchbruch in der Brustvergrößerugn gelang mit der Aufnahme des Silikons in die plastische Chirurgie. Der Mythos besagt, dass japanische Chirurgen Japanerinnen Silikoninjektionen in die Brüste spritzten, um die amerikanischen Besatzer abzulenken. In den 60er Jahren war der sogenannte „Silikonbusen“ bei Stripteasetänzerinnen und Prostituierten in Las Vegas sehr beliebt. Dennoch waren die Silikoninjektionen auch nicht gefeit vor Komplikationen wie Verklumpungen und chronischen Entzündungen.

Zwei amerikanische Chirurgen aus Houston, Texas stellten im Jahr 1961 das erste Silikonimplantat vor. Die Ärzte Frank Gerow und Thomas Cronin entwickelten Kissen, die mit Silikon gefüllt waren. Über die Jahre entwickelten sich die Silikonimplantate immer weiter, sodass auch die relativ oft auftretende Komplikation der Kapselkontraktur durch eine neue Positionierung des Kissens weitgehend behoben werden konnte.

Anfang der 80er Jahre kam es zu einer heftigen Kontroverse in den USA, die austretendes Silikon für Autoimmunerkrankungen und weitere Beschwerden verantwortlich machten. Durch diese Gesundheitsrisiken wurden die Silikonimplantate schließlich vom Markt genommen und verboten. Dennoch zählen Silikonimplantate auch heute noch zu den am Häufigsten verwendeten Implantatsarten, fühlt es sich einfach am natürlichsten an.

Seit dem Jahr 2001 gibt es ein Gütesiegel für Silikonimplantate, die die gute Qualität und lange Haltbarkeit der Silikonkissens belegen sollen. Des Weiteren erhält man heutzutage einen Implantationspass mit den genauen Details der Implantate. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit des Austritts von Silikon aus den neuen Implantaten so verschwindend gering, das auch die Silikonimplantate in Amerika seit 2006 wieder Verwendung finden.





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